Handel & Konsumgüter

”Der Entrepreneur Of The Year ist für uns eine großartige Gelegenheit, mit Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen in Kontakt zu treten. Aus diesem Austausch können wir viel für die Weiterentwicklung unseres eigenen unternehmerischen Mindsets mitnehmen.”

Christian Morawa
Geschäftsführer BMW Österreich

Der Handel im Wandel – nur wenige Branchen erleben derzeit so starke Umbrüche wie der Handel und die Konsumgüterindustrie. Vom richtigen Umgang mit Daten über die Verknüpfung von Online- und stationärem Handel unter dem Stichwort Omnichannel und die wachsende Konkurrenz durch die Ökosysteme der Digital Champions wie Amazon und Alibaba bis hin zur starken und eindeutigen Positionierung der eigenen Marke gibt es vielfältige Herausforde-rungen zu bewältigen, aber auch Chancen zu nutzen. In der Kategorie Handel & Konsumgüter zeichnet EY Unternehmerinnen und Unternehmer aus, die ihr Unternehmen nachhaltig und erfolgreich für diesen Wandel rüsten.

Almdudler | Thomas Klein

Almdudler


Thomas Klein

Unternehmerische Leistung: Das Unternehmen wird von Thomas Klein seit dem Tod seines Vaters im Jahr 1983 in vierter Generation geführt. Der Vater Erwin Klein hat 1957 die Marke Almdudler erfunden und seiner Frau Ingrid zur Hochzeit geschenkt.

Zum Zeitpunkt der Übernahme durch Thomas Klein im Alter von 20 Jahren war das Unternehmen in einer schwierigen Situation. Thomas Klein, der ursprünglich Schauspieler werden wollte, entwickelte Almdudler innerhalb von 35 Jahren zur führenden österreichischen Limonadenmarke. Mit 99 Prozent Bekanntheit ist Almdudler heute eine der bekanntesten Marken des Landes. Mit dem zwischen 2007 bis 2016 jährlich durchgeführten Trachtenpärchen-Ball im Wiener Rathaus mit jährlich mehr als 3.500 Gästen gab Thomas Klein der Marke eine neue Dimension.


Geschäftsentwicklung: Seit der Übernahme durch Thomas Klein hat sich das Unternehmen sehr gut entwickelt: Er hauchte der Marke Almdudler neues Leben ein und erweiterte die Produktpalette um neue trendige alkoholfreie Getränke und Functional Drinks. In den Anfangstagen generierte Almdudler 100 Prozent seiner Umsätze in der Gastronomie, heute kommen 70 Prozent des Umsatzes aus dem Handel. Ein Exportanteil von über 25 Prozent zeigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit des „Nationalgetränks“. Durch eine starke Innovationskraft und ein gutes Gespür für Trends ist Almdudler gut gerüstet. Bereits heute reagiert das Unternehmen auf Markttrends wie geringeren Zuckeranteil, Bio- und vegane Produkte oder recycelbare Dosen und Flaschen.


Innovationskraft: Almdudler ist seit 1957 alpenländisch-österreichisches Lebensgefühl in der Flasche, Österreichs beliebteste Alpenkräuterlimonade, ein Familienunternehmen mit Tradition und Herz – kurz ein echtes Original. Auch ein echtes Original muss sich in einem so kompetitiven Umfeld weiterentwickeln. Das erklärte Ziel und Anliegen von Thomas Klein ist es, das Vertrauen der Konsumenten nachhaltig zu behalten und gleichzeitig trotzdem immer wieder aufs Neue zu überraschen. In den letzten zwei Jahren hat Almdudler zahlreiche Innovationen im Produktsortiment eingeführt und neue Sorten auf den Markt gebracht. Die neuen Sorten Almdudler Minze, Almdudler Holunder, Almdudler g‘spritzt Zitrone und Almdudler Himbeere enthalten 30 Prozent weniger Zucker als herkömmliche Limonaden und sind zu 100 Prozent vegan.


Zukunftsfähigkeit: Almdudler verfolgt intensiv Gesundheits- und Umwelttrends und berücksichtigt diese bei der Produktentwicklung. Die Offenheit für neue Produkte kombiniert das Unternehmen mit einer starken Identifikation mit der eigenen Marke und der klassischen Alpenkräuterlimonade. Ziel ist die weitere nationale und internationale Expansion – speziell auf dem europäischen Markt – und die Integration des Gastronomievertriebs in Österreich in die eigene Organisation. Thomas Klein will zudem „Wenn die kan Almdudler ham, geh i wieder ham“ zum stärksten Claim Österreichs machen.

Biogena | Dr. Albert Schmidbauer

Biogena


Dr. Albert Schmidbauer

Unternehmerische Leistung: Albert Schmidbauer ist nicht nur Unternehmer und 100-prozentiger Eigentümer von Biogena – er ist Biogena. Er ist ein Visionär, der das Ziel seines unternehmerischen Schaffens darin sieht, das Leben der Menschen spürbar zu verbessern. Albert Schmidbauer ist ein geborener Unternehmer, für den gestalterische Freiheit ein Muss ist. Bereits während seiner Schulzeit vor rund 35 Jahren war er unternehmerisch tätig und programmierte Buchhaltungssysteme für Unternehmen. Direkt im Anschluss an sein Studium war er als Berater tätig – unter anderem im medizinischen Bereich. Der Austausch mit Ärzten ließ ihn eine Marktlücke bei hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln erkennen. Diese füllt er seit der Gründung von Biogena im Jahr 2006 konsequent und sehr erfolgreich aus. Seine kreative Leidenschaft lebt Albert Schmidbauer auch als Maler in seinem eigenen Atelier aus. Seine Bilder zieren die Diagnostikzentren und Shops von Biogena.


Geschäftsentwicklung: Die Geschäftsentwicklung von Biogena war seit der Gründung ein stetiges Bergauf. Heute verfügt Biogena über 200 eingetragene Marken und produziert jährlich über 230 Millionen Kapseln. Der Umsatz der Biogena Naturprodukte GmbH & Co KG belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf rund 25 Millionen Euro. Derzeit sind etwas mehr als 70 Mitarbeiter angestellt. Die Biogena Unternehmensgruppe, zu der neben Shops auch Diagnostikzentren und eine eigene Bildungsakademie gehören, erwirtschaftete mit 350 Mitarbeitern rund 32 Millionen Euro. In diesem Geschäftsjahr wird die Marke von 40 Millionen Euro deutlich übersprungen. Das Unternehmen hat sich vom Vertrieb zum Produktionsunternehmen und schließlich zu einer Wissens- und Forschungs-Company weiterentwickelt.


Innovationskraft: Innovation ist die Triebfeder von Albert Schmidbauers unternehmerischem Handeln. Dass diese Aussage mehr als ein Lippenbekenntnis ist, demonstriert der Entrepreneur durch seine innovative Produktpalette ebenso wie durch eine sehr große, unternehmenseigene Forschungseinrichtung mit einem 17-köpfigen Wissenschaftlerteam, das nutritivmedizinisches Wissen erforscht und entwickelt und es mit Mikronährstoffexperten aus den Bereichen Ernährungswissenschaften, Genetik und Humanbiologie teilt. Das Unternehmen vertreibt keine Massenware, sondern Produkte in Reinsubstanzenqualität unter dem Siegel „Made in Austria“.


Zukunftsfähigkeit: „Wir wollen das Apple der Gesundheitsbranche sein“ – so formuliert Albert Schmidbauer seine unternehmerische Vision. Biogena – schon heute ein internationaler Player – möchte durch starke Expansion und die Einführung eines globalen Franchising-Modells ein weltweites Ökosystem als Gesundheitsberater aufbauen. Um sich noch stärker in der wachsenden Branche „Life Sciences“ zu etablieren, strebt Schmidbauer eine Partnerschaft mit großen Tech-Unternehmen an – die Symbiose aus Datenmenge bzw. -expertise auf der einen und Wissen, Produkten und Vertrieb auf der anderen Seite verspricht fast grenzenlose Expansionsmöglichkeiten und macht das Unternehmen zu einem möglichen Global Player aus Österreich.

MED TRUST | Werner Trenker

MED TRUST


Werner Trenker

Unternehmerische Leistung: Werner Trenker und seine Ehefrau Silvia Trenker gründeten 1997 MED TRUST, um ein noninvasives und kontinuierliches Blutzucker-Messsystem auf den Markt zu bringen. Nach zwei Jahre langen Verhandlungen scheiterte dieser Versuch, weshalb das Unternehmen zuerst Fremdprodukte vertrieb. Schließlich entwickelte MED TRUST die patentierte Marke Wellion, die das Unternehmen mittlerweile selbst herstellt und ständig weiterentwickelt. Heute stellt MED TRUST 15 eigene Messsysteme her, die in 13 eigenen Niederlassungen und Distributionen in 70 weiteren Ländern weltweit vertrieben werden. In Zukunft möchte sich Werner Trenker mehr auf die Marktentwicklung und die Vorbereitung der Organisation auf künftiges Wachstum konzentrieren und sich stärker aus dem operativen Geschäft zurückziehen.


Geschäftsentwicklung: Werner Trenker hat früh erkannt, dass das Unternehmen eigene Produkte auf den Markt bringen muss, um überleben zu können. Die Entwicklung und Patentierung der Marke Wellion war der erste Schritt. Aufgrund der hohen Qualitätsansprüche wurde neben der Markteinführung von neuen Blutzuckermessgeräten auch die Produktion ins Haus genommen. Heute ist MED TRUST in 78 Ländern tätig und generiert 70 Prozent des Umsatzes im Ausland. Neue und innovative Ansätze beflügeln das Wachstum, das jährlich durchschnittlich bei 20 Prozent pro Jahr liegt. In Deutschland ist MED TRUST bereits in Pflegeheimen mit dem vollen Serviceumfang für Diabetespatienten vertreten. MED TRUST versorgt momentan Tausende Pflegeheime in Deutschland, Schweden, Tschechien und Österreich.


Innovationskraft: MED TRUST hat als einziges Unternehmen bereits zweimal einen Innovationspreis des Burgenlandes erhalten: 2010 für ein No-Coding, ein sprechendes Blutzuckermessgerät (Wellion CALLA Dialog), und 2016 für das Wellion Mobil. MED TRUST hat außerdem ein eigenes Pflegeheimkonzept entwickelt, das entscheidend zur Qualitätssicherung beiträgt und eine bessere Versorgung der Bewohner gewährleistet. Auf Basis der starken Innovationskraft hat MED TRUST 2015 das erste Blutzuckermessgerät für Tiere, speziell Hunde und Katzen, auf den Markt gebracht: WellionVet BELUA.


Zukunftsfähigkeit: MED TRUST ist mit einer Eigenkapitalquote von über 50 Prozent für zukünftige Wachstumsschritte gut gerüstet. Dadurch, dass die Organisation ständig angepasst und der Service für die Patienten ausgebaut wird, ergeben sich laufend neue Marktmöglichkeiten. Schon heute wird einmal im Jahr ein Servicetag für Diabetespatienten in den Regionen angeboten. Damit soll die Kundenbindung verstärkt und die Servicenachfrage erweitert werden. Künftig will Werner Trenker die Versorgung auch außerhalb der Pflegeheime ausbauen, indem er Ärzte und Diabetesberater in sein Team integriert, die in einem 24-Stunden-Dienst den Patienten mit einem umfassenden Service zur Verfügung stehen sollen. Mit diesem neuen Betreuungsbereich soll die Versorgung der Patienten trotz der Problematik der fehlenden niedergelassenen Ärzte in den ländlichen Regionen gewährleistet werden.