Industrie & Hightech

„Die Vorbildfunktion von erfolgreichen, unternehmerisch denkenden und handelnden Persönlichkeiten spielt eine zentrale Rolle für die Belebung von Innovationsgeist und eine wachsende Gründerszene. Der Entrepreneur Of The Year leistet so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich.“

Mag. Johannes Höhrhan
Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Wien

Industrie- und Technologieunternehmen befinden sich mitten in der Revolution. Auf industrielle Fertigung (Industrie 1.0), Fließband (Industrie 2.0) und Automatisierung (Industrie 3.0) folgt Industrie 4.0 – ein Begriff, der 2011 auf der Hannover Messe populär wurde. Das Potenzial von Industrie 4.0 ist gewaltig – doch der Veränderungsdruck, unter dem etablierte Unternehmen stehen, ist es auch. Die in großen Teilen automatisierte und digitalisierte Abwicklung von Bestellung, Produktion und Versand durch miteinander kommunizierende Maschinen markiert einen Paradigmenwechsel. In der Kategorie Industrie & Hightech zeichnet EY Unternehmerinnen und Unternehmer aus, die ihr Unternehmen nachhaltig und erfolgreich für diesen Wandel rüsten.

ekey | Dr. Leopold Gallner

ekey


Dr. Leopold Gallner

Unternehmerische Leistung: Seit dem Ausscheiden der beiden Mitgründer führt Leopold Gallner das im Jahr 2002 gegründete Unternehmen ekey biometric systems GmbH als Alleineigentümer. Das finanzielle und persönliche Risiko mit einem neuen Produkt in einem völlig neuen Markt war anfangs sehr groß, doch der Jurist und Bankkaufmann Leopold Gallner war überzeugt von der Biometrie und den damit verbundenen Chancen, gestaltet sie doch für jeden Menschen das tägliche Leben einfacher und sicherer. Nach anfänglicher Skepsis fassten die Kunden Vertrauen und das Produktportfolio und der Markt entwickelten sich kontinuierlich: Heute weist ekey eine Exportquote von 73 Prozent auf, ist in 70 Ländern tätig und inzwischen Europas Nr 1 bei Fingerprint-Zutrittslösungen.


Geschäftsentwicklung: Der Fingerscanner ersetzt den Schlüssel: Er öffnet Türen und Tore, schaltet Alarmanlagen usw. Anfangs nur für Einzeltüren konzipiert, kommt der Fingerscanner mittlerweile in unterschiedlichen Designvarianten auch für vernetzte Lösungen zum Einsatz. Das gesamte Produkt von der Idee über das Design, die Elektronik, die Software und die Produktion bis zum Vertrieb kommt aus dem Hause ekey. Ein erfolgreiches Marketing, guter Service und die Garantie eines österreichischen Qualitätsproduktes machen ekey weltweit bekannt und nachgefragt. Mehr als eine Million zufriedene Benutzer sind die beste Referenz für die ekey-Produkte. Sowohl private Konsumenten als auch führende Unternehmen und Organisationen wie Feuerwehren oder Rettung vertrauen seit Jahren auf die bewährten ekey Fingerscanner.


Innovationskraft: Mit ekey wird der Mensch selbst zur Zutrittsberechtigung. Schlüssel, Karten oder Codes können verloren, vergessen, weitergegeben oder gestohlen werden, der Finger ist immer dabei. Nur eine versperrte Tür ist sicher und versichert. Das ständige Auf- und Zusperren mit einem Schlüssel ist unbequem. Die optimale Lösung ist der Fingerscanner. Komfort bringt Sicherheit. ekey hat die Technologie massenmarkttauglich gemacht — Sicherheit auf höchstem Niveau. Der patentierte biometrische Software-Algorithmus ist 1.000-mal so sicher wie ein vierstelliger Bankomatcode. Das Erkennen von künftigen Trends unterstreicht die Innovationskraft von ekey. Für die Realisierung sorgt ein engagiertes Team mit Kompetenz und Erfahrung in einer agilen Organisation. Eine Forschungs-und-Entwicklungs-Quote von elf Prozent pro Jahr ist die Grundlage für die Erweiterung und Erneuerung der bestehenden Lösungen.


Zukunftsfähigkeit: Das international tätige Unternehmen beschäftigt derzeit in sieben Ländern – Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Italien, Frankreich und Slowenien – 100 Mitarbeiter. Durch das Bekenntnis zum Standort Linz ist ekey ein sehr attraktiver regionaler Arbeitgeber mit hoher Mitarbeiterloyalität und geringer Fluktuation. Die Vision von ekey ist ein Fingerscanner als Standard in jeder modernen Haustür. Die Einsatzmöglichkeiten des Fingerprints sind beinahe grenzenlos. Überall dort, wo man gewohnt ist, Schlüssel, Karte oder Code zu verwenden, ist Fingerprint meist die bessere Alternative. Und in Verbindung mit anderen Systemen, Stichwort Smart Home, ergeben sich zusätzlich neue, intelligente Optionen.

F/List | Mag. Katharina List-Nagl

F/List


Mag. Katharina List-Nagl

Unternehmerische Leistung: Katharina List-Nagl führt heute das Unternehmen F/List in 3. Familiengeneration. Nach dem Wirtschaftsstudium sammelte sie Erfahrungen im Ausland, unter anderem bei Hugo Boss in Spanien. Rascher als gedacht holte sie der Vater 2004 ins elterliche Unternehmen. Dort durchlief sie alle Stationen des Betriebs und war wesentlich am Wachstum des heute international renommierten Herstellers hochwertiger Innenausstattungen für Businessjets, Yachten und Residenzen beteiligt. Seit 2009 ist die zweifache Mutter Geschäftsführerin des Unternehmens. Durch die kontinuierliche Erweiterung der Produktpalette wie zum Beispiel den Aufbau des Bereichs Aircraft, der mittlerweile 75 Prozent des Umsatzes bringt, sowie der internen Organisation ist die Expansion und Internationalisierung sehr gut gelungen.


Geschäftsentwicklung: Aus dem 1950 gegründeten Tischlereibetrieb mit fünf Mitarbeitern entwickelte sich bis heute eine internationale Unternehmensgruppe, die für Kunden in 33 Ländern tätig ist und bereits 38 Prozent des Umsatzes mit Direktexporten generiert – über strategische Partner gehen fast 100 Prozent der Produkte ins Ausland. Produziert wird zum überwiegenden Teil in Österreich. Der wohl bedeutendste Meilenstein des Unternehmens war die Beauftragung als Generalunternehmer des Schiffsprojekts „The World of Residensea“ im Jahr 2001.

F/List war nicht ausreichend auf die Dimension des Projekts vorbereitet und konnte über die Dauer des Auftrags keine Neukunden akquirieren. Diese Erfahrung war sehr lehrreich und hat zu der heutigen Diversifizierung der Produkte geführt. Ziel ist der Eintritt in die kommerzielle Luftfahrt. F/List hat seit dem Eintritt von Katharina List-Nagl 2004 den Umsatz nahezu verzehnfacht. Die Unternehmensgruppe verfügt heute über eine Eigenkapitalquote von rund 70 Prozent und beschäftigt weltweit rund 750 Mitarbeiter.


Innovationskraft: Die wichtigste Sparte der Geschäftsreiseluftfahrt ist durch langwierige Zertifizierungs- und Zulassungsprozesse kein reiner Innovationsmarkt. Umso wichtiger ist es für F/LIST, sich durch radikale Innovationen immer wieder als richtungsweisender Marktführer zu behaupten. Kern des Erfolgs von F/LIST sind dabei das vorausschauende Denken und die Entwicklung von Innovationen, bevor der Markt danach verlangt. Beispiele dafür sind der erste Echtsteinboden für Businessjet-Kabinen oder eine jüngst auf den Markt gebrachte beheizte Variante. Ein schlagkräftiges und über weite Strecken autonom arbeitendes F&E-Team entwickelt immer wieder neue Ideen, Verfahren und Materialien.


Zukunftsfähigkeit: Für viele produzierende Unternehmen ist der Fachkräftemangel ein Wachstumshemmnis. F/List baut von Beginn an auf die Lehrlingsausbildung und setzt durch die Förderung der Lehre mit Matura neue Akzente. Derzeit bildet das Unternehmen 45 Lehrlinge in sechs Lehrberufen aus. Durch Produktdiversifizierung und das Erschließen neuer Märkte ist die Unternehmensgruppe stetig gewachsen. Ende 2018 will das Unternehmen von 750 auf 840 Mitarbeiter aufstocken und den Umsatz von derzeit rund 60 Millionen Euro auf 82 Millionen Euro steigern.

Kreisel | Johann, Markus und Philipp Kreisel

Kreisel


Johann, Markus und Philipp Kreisel

Unternehmerische Leistung: Die Brüder Johann, Markus und Philipp Kreisel stiegen nach ihrer Ausbildung in das von Vater und Onkel als Elektrofachgeschäft gegründete Familienunternehmen ein. Als der Vater eines Tages ein Elektro-Auto kaufte, waren die drei Brüder von der Beschleunigung, der möglichen Autarkie und der Fahrdynamik begeistert, aber von Reichweite und Ladedauer enttäuscht. Sie nahmen dieses Problem in Angriff und entwickelten eine Batterie, die 2017 von Frost & Sullivan als „beste Batterietechnologie der Welt“ ausgezeichnet wurde. In den Jahren zwischen dem Umbau des väterlichen Elektro-Autos und heute gründeten sie in einer Garage hinter einer Tankstelle in Freistadt das Unternehmen Kreisel Electric. Dort setzten sie eine Vielzahl von Prototypen, Entwicklungsaufträge, Eigenentwicklungen und Patentanmeldungen um. Heute ist Kreisel bekannt für die Entwicklung hocheffizienter Akku-Packs, die im Bereich E-Mobility wie auch als stationäre Speichersysteme Verwendung finden.


Geschäftsentwicklung: Als die Garage für die steigende Nachfrage und die daraufhin stetig wachsende Mitarbeiterzahl zu klein wurde, errichteten die Brüder wenige Kilometer nördlich von Freistadt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Die neue Firmenzentrale wurde im September 2017 mit rund 1.000 prominenten Gästen feierlich eröffnet. Seit der Eröffnung ist die Nachfrage nach der einzigartigen Kreisel-Technologie weiter exponentiell angestiegen, die Mitarbeiterzahl hat sich mehr als verdoppelt. Kreisel wird mittlerweile als relevanter Player in seinem Bereich wahrgenommen und bekommt Aufträge aus der ganzen Welt.


Innovationskraft: Als innovativer und technologisch führender Solution Provider verfolgt das ehemalige Garagenunternehmen Kreisel selbstbewusst die Vision, die beginnende Elektrifizierung der Welt federführend mitzugestalten. Alle Produkte und Lösungen von Kreisel Electric – von Elektromobilitätsanwendungen (Pkw, Lkw, Bus, Boot) über Ladeinfrastrukturprodukte bis hin zur gesamten Bandbreite von Speicherlösungen – werden mittels Integration modernster IoT- und M2M-Technolgien zu skalierbaren Energie-Ökosystemen. Diese können sowohl für umfassende Smart-City-Zwecke als auch für individuelle private Anforderungen zum Einsatz kommen.


Zukunftsfähigkeit: Getrieben von der Vision, den elektrischen Antrieb in alle Bereiche der Mobilität zu integrieren, entwickelt Kreisel Electric schon jetzt die weltweit leichtesten und effizientesten Hochleistungsbatterien. Kreisel wird als internationaler Anbieter von Systemlösungen die Elektrifizierung der Welt mitgestalten. Die Zentrale am Standort Freistadt wächst laufend, durch einen deutlichen Mitarbeiterzuwachs – allein 2018 um 50 Prozent – schafft das Unternehmen Arbeitsplätze in der Region. Aufgrund der technologischen Vorreiterrolle – der Kreisel-Akku hat derzeit eine um circa 18 Prozent höhere Energiedichte als das beste Konkurrenzprodukt – wird Kreisel einen Beitrag leisten, Elektromobilität so schnell wie möglich alltagstauglich zu machen.